Entlassrezept [Stand: 02.04.19]

Verträge

Sonderregeln zum Entlassrezept Krankenkassen/ DAV (01.05.18)

  • Ergänzende Bestimmungen zum Rahmenvertrag nach § 129 Abs. 2 SGB V für die Arzneimittelversorgung im Rahmen des Entlassmanagements nach § 39 Abs. 1a SGB V zwischen DAV/ GKV-SV (GKV-SV/ DAV, 01.05.18) [pdf]
  • § 3: Rezeptgültigkeit 3 Werktage INKLUSIVE Ausstellungstag, sofern Werktag
  • § 4 (1): Abgaberegeln, wenn keine N1-Packung im Handel: Nächst kleinere Packung. Wenn nur > N1 im Handel: Nächstgrößte im Handel befindliche Packung
  • § 4 (2) und (4): Abgaberegeln, wenn nur ktP-Packungen im Handel: Nicht erstattungsfähig
  • § 4 (2): Abgaberegeln, wenn N2 verordnet: Max. N1, sofern im Handel, sonst siehe § 4 (1)
  • § 4 (5): Rezepturen: Maximale Abgabemenge: Max. für 7 Tage (Mengenkürzung sofern erkennbar)
  • § 5: Hilfsmittel: Maximale Abgabemenge: Max. für 7 Tage bzw. kleinste im Handel befindliche Packung (Mengenkürzung sofern erkennbar)
  • § 6 (2) a. und b.: "4" darf ergänzt oder korrigiert werden
  • § 6 (2) c.: Arzt-Nr. darf ergänzt, aber nicht korrigiert werden mit Stempel-Arzt-Nr. oder 7 x 4 + 00 = 444444400
  • § 6 (2) d. und e.: BSNR-Nr. darf ergänzt oder gestrichen, aber nicht korrigiert werden
  • § 6 (2) f.: Aufkleber erlaubt anstelle von bedrucktem Personalienfeld
  • § 6 (2) g:. Facharztbezeichnung darf ergänzt, aber nicht korrigiert werden
    Normenkollision Sonderregeln zum Entlassrezept:
  • Für Krankenkassen/ DAV besteht keine Ermächtigung, G-BA Vorgaben für Entlassrezepte außer Kraft zu setzen
  • Für Krankenkassen/ DAVn besteht keine Ermächtigung, eigene Vorgaben für Entlassrezepte zu erlassen
  • Für Krankenkassen/ DAV besteht keine Ermächtigung, die Rezeptgültigkeit entgegen §§ 186 ff. BGB zu verkürzen
    Fachartikel Sonderregeln zum Entlassrezept:
  • DAV-Vorstand Thomas Dittrich: „Die Entlassrezepte waren bislang nicht wirklich alltagstauglich“ (DAZ online, 16.05.18/ Benjamin Rohrer)
  • DAV schließt Zusatzvertrag: endlich Sicherheit beim Entlassrezept (treuhand-hannover.de, 04.06.18/ N.N.)
  • DAZ online, 22.05.18: Vergleich der Ergänzungsvereinbarungen: So funktioniert das Entlassmanagement bei Primär- und Ersatzkassen/ Dr. Thomas Müller-Bohn
  • PZ online, 16.05.18: Entlassrezepte: Zusatzvertrag mit allen Kassen/ sch
  • PZ online, 14.05.18: Entlassrezepte: Flexiblere Regeln, weniger Retax/ sch
  • DAZ online, 14.05.18: Entlassmanagement: Neue Regeln zur Retax-Vermeidung/ Dr. Thomas Müller-Bohn
  • Apotheke adhoc, 15.05.18: Entlassrezept: Friedenspflicht und Retaxschutz/ N.N.

    Protokollnotiz zu den Sonderregeln zum Entlassrezept

  • Protokollnotiz zu den Ergänzenden Bestimmungen zum Rahmenvertrag nach § 129 Abs. 2 SGB V für die Arzneimittelversorgung im Rahmen des Entlassmanagements nach § 39 Abs. 1a SGB V

    Rahmenvertrag zum Entlassmanagement vom 17.10.16 (RahmenV-EntM)

  • Rahmenvertrag zum Entlassmanagement vom 17.10.16 (RahmenV-EntM)
  • § 6 (1): Rezeptstempel
  • § 6 (3): Ausstellungsdatum, auch Hilfsmittel-Ausstellungsdatum
  • § 6 (6) Satz 2: Status 4

    Änderungsvereinbarung zum Rahmenvertrag über ein Entlassmanagement vom 06.06.17

  • Änderungsvereinbarung zum Rahmenvertrag über ein Entlassmanagement vom 06.06.17
  • § 4 (2) Satz 2, § 5 (1) Satz 2: Nur Fachärzte
  • § 6 (5): Arztnummer

    Technische Anlage zum Rahmenvertrag über ein Entlassmanagement (TA RahmenV-EntM)

  • Technische Anlage zum Rahmenvertrag über ein Entlassmanagement (TA RahmenV-EntM)
  • 2.1.: Entlass-Rezept
  • 2.5.: Status 4

    § 139 (1a) SGB V

  • § 139 (1a) SGB V

    AM-RL G-BA (Arzneimittelrichtlinie)

  • AM-RL G-BA
  • § 8 (3a): Allgemein
  • § 9 (2) 3.: Abgabemenge
  • § 11 (1a): Formvorschriften
  • § 11 (4) Satz 2: Verkürzte Erstattungsfähigkeit
  • § 11 (5) Satz 2: BtM-Rezepte
  • § 11 (6) Satz 2: T-Rezepte

    HilfM-RL G-BA (Hilfsmittelrichtlinie)

  • HilfM-RL G-BA
  • § 6a (1) Satz 1-5: Abgabemenge HM
  • § 6a (1) Satz 6: Ausstellungsdatum HM
  • § 6a (1) Satz 6: Kennzeichungspflicht HM
  • § 6a (2): Verkürzte Erstattungsfähigkeit HM

    BSNR-Richtlinie

  • Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), 01.07.17: Richtlinie der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) nach § 75 Abs. 7 SGB V zur Vergabe der Arzt-, Betriebsstätten- sowie der Praxisnetznummern
  • § 6 (3) b.: Betriebsstättennummer

    Leitlinien

  • Deutsche Krankenhausgesellschaft, 15.05.17: Hinweise der Deutschen Krankenhausgesellschaft zum Verordnungswesen im Entlassmanagemen
  • Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), 19.09.17: Verordnen im Rahmen des Entlassmanagements nach § 39 Abs. 1a SGB V

    Fachartikel

  • Retax-Quickie: Entlass-Rezept: Ab Sommer 2019 Aufkleber und Pseudoarztnummern verboten? (DAZ online, 21.03.18/ Diana Moll, Apothekerin)
  • Apotheke adhoc, 10.08.18: Entlassrezept: Milchpumpe für vier Wochen/ N.N.
  • DAZ online, 22.05.18: Vergleich der Ergänzungsvereinbarungen: So funktioniert das Entlassmanagement bei Primär- und Ersatzkassen/ Dr. Thomas Müller-Bohn
  • PZ online, 14.05.18/ sch: Entlassrezepte: Flexiblere Regeln, weniger Retax
  • DAZ online, 14.05.18: Entlassmanagement: Neue Regeln zur Retax-Vermeidung/ Dr. Thomas Müller-Bohn
  • Apotheke adhoc, 15.05.18: Entlassrezept: Friedenspflicht und Retaxschutz/ N.N.
  • DAP, 03/2018: Arbeitshilfe Entlassrezept/ N.N.
  • DAZ online, 14.02.18: Merkblatt der LAK BaWü: Was muss aufs Entlassrezept?
  • LAK Nidersachsen (10/2017): Entlassrezept: Neue Regelungen seit 01.10./ N.N.)
  • DAZ online, 29.09.17: Was Apotheker zum Entlassrezept wissen müssen/ Julia Borsch, Apothekerin
  • Apotheke adhoc, 29.09.17: Retax-Falle: Entlassrezept/ N.N.
  • DAZ online, 29.09.17: Retax-Falle Entlassmanagement/ Celine Müller, Apothekerin
  • PZ online, 27.09.17: Klar, verbindlich, strukturiert: Das neue Entlassmanagement/ N.N.
  • PZ online, 26.09.17: Start des Entlassrezepts: Teufel im Detail/ et
  • DAZ online, 14.07.17: Beim Entlassrezept ist für Apotheker noch vieles unklar
  • Apotheke adhoc, 26.01.17: Umgang mit Entlassverordnungen/ Nadine Tröbitscher
  • AZ 2016 Ausg. 1, S. 3, 04.01.16: G-BA beschließt Entlassmanagement/ cha

    Was ist ein Entlass-Rezept

    Kassen-Rezept


    Nur MIT rotem Querbalken "Entlassmanagement" UND Status 4. BSNR muss mit 75 beginnen. Entlass-LANR: 4444444xx (7x4 plus 2stellige Facharztcodierung) oder persönliche Arztnummer, aber NICHT 9999999xx, ab 2019: Persönliche Arztnummer.
  • Ohne Balken oder ohne 4: Retaxrisiko.
  • § 6 (1) Satz 1 RahmenV-EntM: »Für die Verordnung der Leistungen [...] gelten [...] die [...] mit der Sonderkennzeichnung „Entlassmanagement“ versehenen Muster [...] 16 [...]«
  • 2.2. TA RahmenV-EntM (Technische Anlage zum Rahmenvertrag über ein Entlassmanagement): »Für die Nutzung der Vordrucke der Anlage 2 BMV-Ä im Entlassmanagement sind ausschließlich Vordrucke mit additiver Kennzeichnung „Entlassmanagement“ im Personalienfeld gemäß des hier abgebildeten Musters zu verwenden.«
  • § 11 (1a) Satz 1 AM-RL G-BA: »Die Versorgung mit Arzneimitteln im Rahmen des Entlassmanagements [...] setzt eine Verordnung auf einem ordnungsgemäß ausgestellten Arzneiverordnungsblatt voraus
  • Für Entlass-Rezepte gelten weitere Formvorschriften (siehe weiter unten)

    Hilfsmittel-Rezept

     
    7
    1) Diagnose
    2) Begründung - nur bei Hilfsmitteln nicht zum Verbrauch mit individueller Anfertigung
  • Verordnung nur auf Sonder-Rosa-Rezept: Muster 16 Rezept mit aufgedrucktem Querbalken im Patienfeld: "Entlassmangement" und Statusfeld-Nummer "4".
  • TA echnische Anlage zum Rahmenvertrag über ein Entlassmanagement
  • Die Formvorschriften für Hilfsmittel gelten uneingeschränkt, v.a. die Angabe der Diagnose und Kennzeichnung von Feld 7.
  • Bei nicht zum Verbrauch bestimmten Hilfsmitteln mit individueller Anfertigung muss vom Arzt eine BEGRÜNDUNG vermerkt werden.
  • § 6a (1) Satz 5 HilfsM-RL G-BA
  • Genehmigungspflichten/ Exklusivlieferanten bleiben bestehen. Die freie Apothekenwahl für Entlassrezepte besteht nicht für Hilfsmittel.
  • § 4 (5) Satz 3 Rahmenvertrag Entlassmanagement
  • § 31 (1) Satz 5 i.V.m. § 31 (1) Satz 1 SGB V
  • U.a. ist bei Abgabe auch die Unterschrift Rückseite erforderlich.
  • CAVE: Im Gegensatz zu Entlass-Arzneirezepten (§ 6 (3) Satz 2 RahmenV-EntM) ist das Ausstellungsdatum NICHT unbedingt das Entlassdatum, sondern das wahrscheinliche Entlassdatum
  • § 6a (3) HilfsM-RL G-BA
  • Apotheke adhoc, 29.09.17/ N.N.: Retax-Falle: Entlassrezept/ N.N.: »Hilfsmittelrezepte sind ebenfalls als „Entlassmanagement“ einschließlich Entlassungsdatum zu kennzeichnen [...].«

    BtM-Rezept


    BtM-Rezept mit Status 4 OHNE roten Querbalken. BSNR muss mit 75 beginnen. Entlass-LANR: 4444444xx (7x4 plus 2stellige Facharztcodierung) oder persönliche Arztnummer, aber NICHT 9999999xx, ab 2019: Persönliche Arztnummer.

    T-Rezept


    T-Rezept mit Status 4 OHNE roten Querbalken. BSNR muss mit 75 beginnen. Entlass-LANR: 4444444xx (7x4 plus 2stellige Facharztcodierung) oder persönliche Arztnummer, aber NICHT 9999999xx, ab 2019: Persönliche Arztnummer.

    Abgabefristen:
    - Hilfsmittelrezept

  • Entlass-Hilfsmittelrezepte haben abweichende Gültigkeit als Entlass-Arzneirezepte: 7 Tage nach Ausstellung
    z.B. So bis inkl. So
    z.B. Mo bis inkl. Mo
  • Die Erstattungsfähigkeit von Entlass-Arzneirezepten ist nicht im Rahmenvertrag Entlassmanagement geregelt, sondern in der Hilfsmittel-Richtlinie des G-BA.
  • § 6a (2) HilfsM-RL G-BA: »Die Verordnung verliert abweichend von § 8 Absatz 2 sieben Kalendertage nach der Entlassung aus dem Krankenhaus ihre Gültigkeit, wenn die Hilfsmittelversorgung nicht innerhalb dieses Zeitraumes aufgenommen wurde.«
  • PZ online, 26.09.17: Start des Entlassrezepts: Teufel im Detail/ et: »[...] hält [...] Detailregelungen [...] für problematisch. Als Beispiel nennt er etwa die Tatsache, dass Entlassrezepte für Arzneimittel eine andere Gültigkeitsdauer haben als solche für Hilfsmittel.«

    Normenkollision

  • Apotheke adhoc, 29.09.17/ N.N.: Retax-Falle: Entlassrezept/ N.N.: »Hilfsmittelrezepte sind [...] sieben Tage gültig.«
  • CAVE: Im Gegensatz zu Entlass-Arzneirezepten (§ 6 (3) Satz 1 und 2 RahmenV-EntM) ist das Ausstellungsdatum bei Hilfsmittelrezepten NICHT unbedingt das Entlassdatum, sondern das wahrscheinliche Entlassdatum (§ 6a (1) Satz 6 HilfsM-RL G-BA und § 6 (3) Satz 3 Rahmenvertrag Entlassmanagement)
  • § 6a (1) Satz 6 HilfsM-RL G-BA: »Ergänzend zu den Angaben nach § 7 muss auf der Verordnung das (voraussichtliche) Entlassungsdatum [...] angegeben werden«
  • § 6 (3) Satz 3 RahmenV-EntM: »Ist für die Versorgung mit einem Hilfsmittel im häuslichen Bereich die besondere Expertise oder Umgebung des Krankenhauses erforderlich [...], kann die Ausfertigung bereits vor dem Entlasstag erfolgen.«
  • Für Apotheken besteht keine Verpflichtung, das tatsächliche Entlassdatum auf dem Rezept zu vermerken, was allerdings für die 7-Tage-Abgabemenge entscheidend ist (siehe unter Abgabemenge Hilfsmittel zum Verbrauch).
  • Genaugenommen besteht auch keine Ermächtigung für Apotheken, das Entlassdatum auf dem Rezept zu vermerken (Datenschutz).

    Abgabefristen:
    - Arznei-Rezept
    - Aufbaukost (Bilanzierte Diäten zur enteralen Ernährung)
    - BtM
    - Isotretinoin
    - Medizinprodukte
    - T-Rezepte
    - Teststreifen
    - Verbandstoffe

  • Erstattungsfähigkeit Entlassrezepte: 3 Werktage nach Ausstellung. CAVE: Andere Auffassung existiert.
  • z.B. So bis inkl. Do
    z.B. Mo bis inkl. Do
    z.B. Di bis inkl. Fr
    z.B. Mi bis inkl. Sa
    z.B. Do bis inkl. Mo
    z.B. Fr bis inkl. Di
    z.B. Sa bis inkl. Mi
  • Samstag = Werktag. Sonn- und Feiertage werden nicht mitgezählt, unabhängig davon, ob die Apotheke an diesen Tagen dienstbereit ist oder nicht.
  • CAVE: Zu unterscheiden ist die Erstattungsfähigkeit zu Lasten der Krankenkassen und die Rezeptgültigkeit. Siehe unter: Abgabe nach Ende der Erstattungsfähigkeit.
  • Die Erstattungsfähigkeit von Entlass-Arzneirezepten ist nicht im Rahmenvertrag Entlassmanagement geregelt, sondern in der Arzneimittel-Richtlinie des G-BA.

    Normenkollision Erstattungsfrist

  • Es besteht eine Normenkollision zwischen AM-RL G-BA i.V.m. § 187 (1) BGB (Erstattungsfrist 3 Werktage nach Ausstellung) und den Sonderregeln zum Entlassrezept Krankenkassen/ DAV (Erstattungsfrist 3 Werktage inklusive Ausstellungstag, sofern Werktag)
  • § 11 (4) Satz 2 AM-RL G-BA: »Verordnungen nach § 39 Abs. 1a SGB V [...] dürfen nur innerhalb von 3 Werktagen zu Lasten der Krankenkasse beliefert werden.«
  • § 3 Sonderregeln Krankenkassen/ DAV bzw : »Verordnungen nach § 39 Abs. 1a SGB V dürfen gemäß [...] der Arzneimittelrichtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses [...] nur innerhalb von 3 Werktagen zu Lasten der Krankenkasse beliefert werden. Hierbei ist der Ausstellungstag mitzuzählen, sofern er ein Werktag ist.«
  • Für Krankenkassen/ DAV besteht keine Ermächtigung, die gesetzlich vorgeschriebene Fristberechnung nach § 187 (1) BGB außer Kraft zu setzen.
  • Für Krankenkassen/ DAV besteht keine Ermächtigung, die vom G-BA festgelegte Erstattungsfähigkeit von Entlassrezepten zu verkürzen.
  • Nach § 1 ApoG sind Apotheken zur ordnungsgemäßen Abgabe von Arzneimitteln verpflichtet, was die Belieferung zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen am letzten Erstattungstag laut G-BA mit einschließt. Bei Nichtbelieferung mit gesundheitlichen Folgen besteht Haftungsrisiko.

    Nach § 187 (1) BGB: zählt der Ausstellungstag nicht mit.
  • § 11 (4) Satz 2 AM-RL G-BA: »Verordnungen nach § 39 Abs. 1a SGB V [...] dürfen nur innerhalb von 3 Werktagen zu Lasten der Krankenkasse beliefert werden.«
  • Nach § 187 (1) BGB wird bei Fristberechnungen erst ab dem Tag nach Fristbeginn gerechnet. Rezept-Belieferungsfristen sind sogenannte Ereignisfirsten auf die § 187 (1) BGB Anwendung findet (Rn 7.1 § 12 BtMVV 1.3, S. 5, Hügel/ Junge/ Lander/ Winkler, 2013).
  • Die Formulierung "innerhalb von 3 Tagen" und "3 Tage nach Ausstellung" ist rechtlich gleichbedeutend: Rn 2 § 187 BGB Münchener Kommentar (2012, S. 2002): Innerhalb von 48 Stunden: Innerhalb der folgenden 2 Tage/ Heute wird nicht mitgerechnet.
  • § 187 (1) BGB: »Ist für den Anfang einer Frist ein Ereignis oder ein in den Lauf des Tages fallender Zeitpunkt magebend, so wird bei der Berechnung der Frist der Tag nicht mitgerechnet, in welchen das Ereignis oder der Zeitpunkt fällt.«
  • Rn 1 zu § 187 BGB, S. 2002, Grothe in Münchener Kommentar (2012): »[...] Für den häufigsten Fall, dass für den Anfang der Frist ein Ereignis oder in der Lauf des Tages fallender Zeitpunkt maßgebend ist, hat sich der Gesetzgeber dafür entschieden, [...] den ersten Tag außer Betracht zu lassen, so dass vom folgenden Tag an gezählt wird. [...] Für die Berechnung des Fristbeginns ist es belanglos, um welchen Wochentag es sich handelt. [...]«
  • Die Formulierung "innerhalb von 3 Tagen" und "innerhalb von 3 Tagen nach Ausstellung" ist damit in Bezug auf die Fristberechnung gleichbedeutend.
    Sonderregeln Krankenkassen/ DAV: Innerhalb von 3 Werktagen inklusive Ausstellungstag, sofern Werktag:
  • § 3 Sonderregeln zum Entlassrezept Krankenkassen/ DAV: »Verordnungen nach § 39 Abs. 1a SGB V dürfen gemäß [...] der Arzneimittelrichtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses [...] nur innerhalb von 3 Werktagen zu Lasten der Krankenkasse beliefert werden. Hierbei ist der Ausstellungstag mitzuzählen, sofern er ein Werktag ist.«
  • DAZ online, 29.09.17: Was Apotheker zum Entlassrezept wissen müssen/ Julia Borsch, Apothekerin: »Der Tag der Ausstellung zählt bereits als erster Werktag.«
  • Apotheke adhoc, 29.09.17: Retax-Falle: Entlassrezept/ N.N. »Das Ausstellungsdatum wird dabei mitgezählt.«

    Berechnung - 3 Werktage

  • So und Feiertage werden nicht mitgezählt, unabhängig davon, ob die Apotheke an diesen Tagen dienstbereit ist oder nicht.
  • Sa = Werktag
  • Rosenmontag, Faschingsdienstag = Werktag

    Fragen

  • Wird bei bundeslandspezifischen Feiertagen der Ort der Ausstellung oder der Ort der Rezeptbelieferung zugrunde gelegt?

    Abgabefristen:
    - Abgabe nach Ende der Erstattungsfähigkeit

  • Nach Ablauf der Erstattungsfähigkeit ist die Abgabe bis zum Ende der Rezeptgültigkeit gegen Selbstzahlung erlaubt.
  • Zu unterscheiden ist die Erstattungsfähigkeit zu Lasten der Krankenkassen und die Rezeptgültigkeit. Für gültige Rezepte besteht Belieferungspflicht der Apotheke gem § 1 (1) ApoG, bei Nichterstattungsfähigkeit gegen Selbstzahlung. Es gelten die normalen Rezptgültigkeiten wie bei Nicht-Entlassrezepten, nur die Erstattungsfähigkeit ist bei Entlassrezepten verkürzt, bei Rx z.B. von 1 Monat auf 3 Tage bei einer Rezeptgültigkeit jeweils von 3 Monaten.
  • D.h. bei Abgabe eines Entlass-BtM am dritten Tag nach Ausstellung zu Lasten der Krankenkassen besteht Retaxrisiko, aber kein Verstoß gegen BtMVV, BtM-G.
  • Die AM-RL G-BA weist in § 11 (5) Satz 2 und § 11 (6) Satz 2 ausdrücklich auf die uneingeschränkte Gültigkeitsdauer von BtM- und T-Entlassrezepten hin, lediglich die Erstattungsfähigkeit ist gem. § 11 (4) Satz 2 AM-RL G-BA verkürzt.
  • § 11 (5) Satz 2 AM-RL G-BA: »§ 12 Absatz 1 Nummer 1 Buchstabe c BtMVV [BtM-Rezeptgültigkeit 7 Tage nach Ausstellung] bleibt unberührt«
  • § 11 (6) Satz 2 AM-RL G-BA: »§ 3a Absatz 4 AMVV [T-Rezeptgültigkeit 6 Tage nach Ausstellung] bleibt unberührt.«
  • Ohne Änderung § 12 BtMVV, § 3a ApBetrO, § 2 (3) AMVV, Isotretinoin-RL BfArM, etc., besteht keine Ermächtigung für den G-BA, die Rezeptgültigkeit zu beschränken, nur die Erstattungsfähigkeit.

    Normenkollision

  • PTA heute: Taxierung leicht gemacht: Teil 30: Das Entlassrezept, 80: »Entlassrezepte dürfen nur innerhalb von drei Werktageb zulasten der GKV beliefert werden [...] Die verkürzte Gültigkeit [...] gilt auch für BtM- und T-Rezepte.«
  • 1.3.3 Satz 2 Hinweise DKG: »Nach Ablauf dieser Frist ist eine Abgabe der Arzneimittel durch die öffentliche Apotheke nicht mehr zulässig.« BtM- und T-Entlass-Rezepte sollen ebenfalls nur noch 3 Tage gültig sein.
  • 1.3.3. Satz 3 Hinweise der Deutschen Krankenhausgesellschaft zum Verordnungswesen im Entlassmanagemen, 15.05.17
  • Was Apotheker zum Entlassrezept wissen müssen (DAZ online, 29.09.17/ Julia Borsch, Apothekerin)
  • Retax-Falle: Entlassrezept (Apotheke adhoc, 29.09.2017/ N.N.)
  • LAK Nidersachsen: Entlassrezept: Neue Regelungen seit 01.10.: »Statt den üblichen sieben Werktagen sind Entlassrezepte von Betäubungsmitteln nur drei Werktage gültig.«
  • LAK Nidersachsen: Entlassrezept: Neue Regelungen seit 01.10.: »Für die Ausstellung von T-Rezepten gilt die Vorgabe der Arzneimittel-Richtlinie. Sie sind nur drei Werktage gültig.«

    Entlass-Abgabemenge:
    - Arzneimittel

  • Neue Sonderregeln seit 01.05.18
  • Nur N1-Packungen dürfen verordnet werden. Wenn diese nicht im Handel: kA < N1 = Max. N1-Menge nach Packungsgrößenverordnung (PackungsV).
  • § 9 (2) 3. Satz 2 und 3 AM-RL G-BA
  • § 9 (2) 3. Satz 3 AM-RL G-BA: »Ist keine Packungsgröße mit dem kleinsten Packungsgrößenkennzeichen gemäß Packungsgrößenverordnung im Verkehr, kann eine Packung verordnet werden, deren Packungsgröße die Größe einer Packung mit dem kleinsten Packungsgrößenkennzeichen gemäß Packungsgrößenverordnung nicht überschreitet
  • Was ist abzugeben, wenn > N1 verordnet ist? Ist dann die N1-Menge abzugeben (Cave: Abgabe entspricht nicht der Vorordnung) oder Abgabe gegen Selbstzahlung oder Abgabeverbot?
  • Bsp: Lasix Tropfen: Nur als N2 im Handel.
  • Für den G-BA besteht keine Ermächtigung, ein Abgabeverbot gegen Selbstzahlung auszusprechen.

    Normenkollision

  • Apotheke adhoc, 29.09.17: Retax-Falle: Entlassrezept/ N.N.»N2 oder N3 dürfen nicht beliefert werden.«

    Fragen

  • Was ist abzugeben, wenn nur Mengen > N1 existieren?
  • Was ist abzugeben, wenn N1 nicht lieferbar ist?
  • Was ist abzugeben, wenn für den Wirkstoff gar keine N-Einteilung existiert?
  • Gilt eine Verordnung ohne Mengenangabe als klare Verordnung?

    Entlass-Abgabemenge:
    - Aufbaukost
    - Blutzuckerteststreifen
    - Verbandstoffe
    - Medizinprodukte

  • Neue Sonderregeln seit 01.05.18
  • Maximal 7-Tages-Bedarf: § 9 (2) 3.Satz 4 AM-RL G-BA: »für einem Zeitraum von bis zu 7 Tagen.«

    Fragen

  • Was ist abzugeben, wenn Mengen > 7 Tage verordnet sind?
  • Was ist abzugeben, wenn nur Mengen > 7 Tage existieren?
  • Was ist abzugeben, wenn die 7-Tages-Menge nicht lieferbar ist?
  • Wie soll der 7-Tages-Bedarf ermittelt werden, wenn entsprechende Angaben auf dem Rezept fehlen?
  • Wie soll der 7-Tages-Bedarf ermittelt werden, wenn das Rezept z.B. nicht vom Patienten selber eingelöst wird ("Keine Ahnung, soll für den Pflegedienst mitgebracht werden")?
  • Muss der ermittelte 7-Tages-Bedarf dokumeniert werden?

    Entlass-Abgabemenge:
    - Rezepturen

  • PZ online, 14.05.18: Entlassrezepte: Flexiblere Regeln, weniger Retax/ sch: »Bei Rezepturen richtet sich die Reichdauer grundsätzlich nach der Verordnung des Arztes.«

    Entlass-Abgabemenge:
    - Hilfsmittel zum Verbrauch

  • Neue Sonderregeln seit 01.05.18
  • Maximal Abgabemenge: § 6a (1) Satz 1 HilfsM-RL G-BA: »für einen Zeitraum von bis zu sieben Kalendertagen nach der Entlassung«
  • Die Abgabemenge ist damit abhängig vom Tag der Rezeptbelieferung, da die Abgabemenge nur bis zum 7. Tag nach Entlassung zu reichen hat, nicht 7 Tage lang, wie bei Blutzuckerteststreifen/ Verbandstoffen, etc.
  • § 6a (1) Satz 2 HilfsM-RL G-BA
  • Existiert keine passende Packung ist NACH GENEHMIGUNG ("in Abstimmung mit der Krankenkasse") die "am nächsten kommende größere Versorgungseinheit" abgzugeben"
  • § 6a (1) Satz 3 HilfsM-RL G-BA
  • CAVE: Im Gegensatz zu Entlass-Arzneirezepten ist das Ausstellungsdatum bei Hilfsmittelrezepten NICHT unbedingt das Entlassdatum, sondern das wahrscheinliche Entlassdatum
  • § 6a (3) HilfsM-RL G-BA
  • Für Apotheken besteht keine Verpflichtung, das tatsächliche Entlassdatum auf dem Rezept zu vermerken, was allerdings für die 7-Tage-Abgabemenge entscheidend ist (siehe unter Abgabemenge Hilfsmittel zum Verbrauch).
  • Genaugenommen besteht auch keine Ermächtigung für Apotheken, das Entlassdatum auf dem Rezept zu vermerken (Datenschutz).

    Fragen

  • Was ist abzugeben, wenn Mengen > 7 Tage verordnet sind?
  • Was ist abzugeben, wenn nur Mengen > 7 Tage existieren?
  • Was ist abzugeben, wenn die 7-Tages-Menge nicht lieferbar ist?
  • Wie soll der 7-Tages-Bedarf ermittelt werden, wenn entsprechende Angaben auf dem Rezept fehlen?
  • Wie soll der 7-Tages-Bedarf ermittelt werden, wenn das Rezept z.B. nicht vom Patienten selber eingelöst wird ("Keine Ahnung, sollf für den Pflegedienst mitgebracht werden")?
  • Muss der ermittelte 7-Tages-Bedarf dokumeniert werden?

    Genehmigungspflicht:
    - Hilfsmittel zum Verbrauch

  • § 6a (1) Satz 3 HilfsM-RL G-BA: Existiert keine 7-Tages-Menge, kann die am nächsten kommende größere Versorgungseinheit nur "in Abstimmung mit der Krankenkasse" abgegeben werden (Genehmigung erforderlich)
  • § 5 Sonderregel DAV/ KK: Existiert keine 7-Tages-Menge, kann die kleinste im Handel befindliche Packung ohne Abstimmung mit den Krankenkassen abgegeben werden (keine Genehmigung erforderlich): »Sonstige in die Arzneimittelversorgung nach § 31 SGB V einbezogene Produkte für die Versorgung im Rahmen des Entlassmanagements können analog zu § 39 Abs. 1a SGB V für einen Zeitraum von bis zu sieben Tagen abgegeben werden. Ist erkennbar darüber hinaus verordnet worden, kann der Abgebende ohne Rücksprache mit dem Arzt eine Menge bis zu einer Reichdauer von sieben Tagen oder die kleinste im Handel befindliche Packung abgeben. Dies ist durch den Abgebenden auf dem Verordnungsblatt zu vermerken und abzuzeichnen.«
  • Das Vorgehen bei Nichterreichbarkeit der Krankenkassen ist nicht geregelt.
  • Für Entlassrezepte gilt die freie Apothekenwahl - wie auch sonst - nur für Arzneimittel, Verbandmitteln, Harn- und Blutteststreifen.
  • § 4 (5) Satz 3 Rahmenvertrag Entlassmanagement vom 01.10.17
  • § 31 (1) Satz 5 SGB V i.V.m. Satz 1 SGB V
  • Damit gilt bei genehmigungspflichtigen Hilfsmitteln zum Verbrauch Genehmigungspflicht auch für Entlassrezepte.
  • Ebenso dürfte die freie Apothekenwahl bei Exklusiv-Lieranten auf diese beschränkt sein.

    Normenkollision

  • Für DAV/ Krankenkassen besteht keine Ermächtigung, Vorgaben des Rahmenvertrages Entrlassmangement außer Kraft zu setzen

    Entlass-Abgabemenge:
    - Hilfsmittel/ Artikel nicht zum Verbrauch
    ohne individuelle Anfertigung
    - z.B. Milchpumpen
    - z.B. Vernebler
    - z.B. Kompressionsstrümpfe Serie

  • Neue Sonderregeln seit 01.05.18
  • Die maximale Abgabemenge für 7 Tage gilt nicht für Hilfsmittel ohne individuelle Anfertigung, die nicht zum Verbrauch bestimmt sind, wenn die Benutzung länger erforderlich sein sollte: »[...] kann das Krankenhaus [..] für einen Zeitraum von bis zu sieben Kalendertagen nach der Entlassung [...] verordnen. [...] Besteht die Erforderlichkeit [..] für länger als sieben Kalendertage, so gilt [...] die Begrenzung der Versorgungsdauer [...] nicht.«
  • § 6a (1) Satz 4 HilfsM-RL G-BA
  • Falls genehmigungspflichtig, ist eine Genehmigung einzuholen.
  • Milchpumpen-/ Vernebler-Verleih: Dürfen zum Verbleib oder für max. 28 Tage zur Ausleihe verordnet werden (Erstattungsfähigkeit Hilfsmittelrezepte).
  • Apotheke adhoc, 10.08.18: Entlassrezept: Milchpumpe für vier Wochen/ N.N.: »Demnach können Milchpumpen zum Verleih über eine Mietdauer von vier Wochen auf einem Entlassrezept verordnet werden.«

    Entlass-Abgabemenge:
    - Hilfsmittel nicht zum Verbrauch
    mit individueller Anfertigung
    - z.B. Kompressionsstrümpfe Maßanfertigung
    - z.B. Orthesen

  • Neue Sonderregeln seit 01.05.18
  • Bsp.: Produktgruppe 17 Kompressionsstrümpfe Maßanfertigung; z.T. Produktgruppe 23 Orthesen.
  • Dürfen nur MIT BEGRÜNDUNG und falls genehmigungspflichtig erst nach Genehmigung zu Lasten der Krankenkassen beliefert werden.
  • § 6a (1) Satz 5 HilfsM-RL G-BA

    Normenkollision

  • Apotheke adhoc, 29.09.17: Retax-Falle: Entlassrezept/ N.N.: »Hilfsmittel, die einer individuellen Anfertigung bedürfen und zur dauerhaften Versorgung vorgesehen sind, dürfen nicht verordnet werden.«

    Privatrezepte:
    - mit dem Vermerk "Entlassrezept"

  • Klinik-Privatrezepte können von Apotheken nicht mit den Krankenkassen abgerechnet werden, auch nicht mit dem Vernerk "Entlassrezept".

    Rabattverträge

  • Es gelten dieselben Erstattungsfähigkeitsregeln wie für Nicht-Entlass-Rezepte, z.B. die Rabattverträge.

    Formfehler

  • Neue Sonderregeln seit 01.05.18
  • Änderungen sind wie sonst vom Arzt gegenzuzeichnen (Unterschrift plus Datum, erneuter Stempel nicht erforderlich und nicht ausreichend), Ausnahmen siehe Rahmenvertrag.
  • Krankenhäuser sind zur korrekten Rezeptausstellung verpflichtet: § 4 (4) Satz 1 Rahmenvertrag Entlassmanagement vom 01.10.17: »Das Krankenhaus gewährleistet, dass der Krankenhausarzt im Rahmen des Entlassmanagements die erforderlichen Verordnungen von veranlassten Leistungen und Medikamenten vollständig und korrekt vornimmt.«

    Formfehler - Aufkleber

  • Neue Sonderregeln seit 01.05.18
  • Retax-Quickie: Entlass-Rezept: Ab Sommer 2019 Aufkleber und Pseudoarztnummern verboten? (DAZ online, 21.03.18/ Diana Moll, Apothekerin)
  • Patientenaufkleber sind nicht erlaubt bzw. sogar verboten
  • Retax-Quickie: Aufkleber auf dem Rezept – ist das erlaubt? (DAZ online, 08.03.18/ Julia Borsch, Apothekerin)
  • Vorsicht bei Adressaufklebern auf Entlassrezepten! (DAZ online, 13.10.18/ Kirsten Sucker-Sket)
  • Korrekturetiketten durch die Apotheke sind erlaubt bzw. Pflicht.

    Formvorschriften:
    - Kassenrezept

  • Neue Sonderregeln seit 01.05.18
  • Kassen-Rezepte: Sonder-Rosa-Rezept: Muster 16 Rezept mit aufgedrucktem Querbalken im Patienfeld: "Entlassmangement" und Statusfeld-Nummer "4"
  • Der Querbalken ist rot und dürfte beim Rezepteinscannen herausgerechnet werden, also nicht mehr sichtbar sein. Entlassrezepte können an der Statusnummer "4" erkannt werden.
  • Musterrezept siehe TA RahmenV-EntM
  • Statusfeld-Nummer: Als Statusnummer ist die einzig die "4" im Statusfeld zulässig.
  • § 6 (6) Satz 2 Rahmenvertrag Entlassmanagement

    Fragen

  • Was ist, wenn auf einem Entlassrezept die falsche Statusnummer steht?
  • Was ist, wenn ein normales Kassenrezept mit Statusnummer "4" ausgestellt wird?

    Gem. TA RahmenV-EntM muss das Sonder-Rezept verwendet werden.
  • Was ist, wenn auf einem Kassen-Rezept mit Statusnummer "4" vom Arzt "Entlassrezept" vermerkt wird?

    Gem. TA RahmenV-EntM muss das Sonder-Rezept verwendet werden.
  • Was ist, wenn auf einem Kassen-Rezept ohne Statusnummer "4" vom Arzt "Entlassrezept" vermerkt wird?

    Gem. TA RahmenV-EntM muss das Sonder-Rezept verwendet werden.
  • Arztnummer: 4444444xx (7x4 plus 2stellige Facharztcodierung) oder persönliche Arztnummer, ab NICHT 9999999xx, ab 2019 persönliche Arztnummer.
  • Ansonsten gelten alle weiteren Formvorschriften für Kassen-, BtM-, T-, Hilfsmittel-, Medizinprodukt-Rezepte.

    Roter Querbalken

  • § 6 (1) Satz 1 Rahmenvertrag Entlassmanagement
  • 2.2. Technische Anlage zum Rahmenvertrag über ein Entlassmanagement

    Status 4

  • § 6 (6) Satz 2 Rahmenvertrag Entlassmanagement
  • 2.5. Technische Anlage zum Rahmenvertrag über ein Entlassmanagement

    Formvorschriften:
    - BtM-Rezepte

  • Neue Sonderregeln seit 01.05.18
  • BtM-Rezept: Nur auf BtM-Rezept mit Statusfeld-Nummer "4".
  • Auf dem BtM-Entlassrezept muss nicht "Entlassrezept" vermerkt sein.
  • Cave: BtM-Rezepte mit Status "4" sind nur 3 Tage inklusive Ausstellungstag erstattungsfähig, mit z.B. Status "5" dagegen 7 Tage nach Ausstellung.
  • Was ist, wenn auf einem BtM-Rezept ohne Statusnummer "4" vom Arzt "Entlassrezept" vermerkt wird?

    Gem. § 6 (6) Satz 2 RahmenV-EntM muss die "4" vermerkt sein.

    Formvorschriften:
    - Hilfsmittel-Rezept

  • Neue Sonderregeln seit 01.05.18
     
    7
    1) Diagnose
    2) Begründung - nur bei Hilfsmitteln nicht zum Verbrauch mit individueller Anfertigung
  • Verordnung nur auf Sonder-Rosa-Rezept: Muster 16 Rezept mit aufgedrucktem Querbalken im Patienfeld: "Entlassmangement" und Statusfeld-Nummer "4".
  • TA echnische Anlage zum Rahmenvertrag über ein Entlassmanagement
  • Die Formvorschriften für Hilfsmittel gelten uneingeschränkt, v.a. die Angabe der Diagnose und Kennzeichnung von Feld 7.
  • Bei nicht zum Verbrauch bestimmten Hilfsmitteln mit individueller Anfertigung muss vom Arzt eine BEGRÜNDUNG vermerkt werden.
  • § 6a (1) Satz 5 HilfsM-RL G-BA
  • Genehmigungspflichten/ Exklusivlieferanten bleiben bestehen. Die freie Apothekenwahl für Entlassrezepte besteht nicht für Hilfsmittel.
  • § 4 (5) Satz 3 Rahmenvertrag Entlassmanagement
  • § 31 (1) Satz 5 i.V.m. § 31 (1) Satz 1 SGB V
  • U.a. ist bei Abgabe auch die Unterschrift Rückseite erforderlich.
  • CAVE: Im Gegensatz zu Entlass-Arzneirezepten (§ 6 (3) Satz 2 RahmenV-EntM) ist das Ausstellungsdatum NICHT unbedingt das Entlassdatum, sondern das wahrscheinliche Entlassdatum
  • § 6a (3) HilfsM-RL G-BA

    Formvorschriften:
    - T-Rezepte

  • Neue Sonderregeln seit 01.05.18
  • T-Rezept: Nur auf T-Rezept mit Statusfeld-Nummer "4".
  • Auf dem T-Entlassrezept muss nicht "Entlassrezept" vermerkt sein.
  • Cave: T-Rezepte mit Status "4" sind nur 3 Tage inklusive Ausstellungstag erstattungsfähig, mit z.B. Status "5" dagegen 6 Tage nach Ausstellung.

    Fragen

  • Was ist, wenn auf einem T-Rezept ohne Statusnummer "4" vom Arzt "Entlassrezept" vermerkt wird?
  • Was ist, wenn die Direktbestellungen nicht rechtzeitig eintreffen. Bei Rezeptannahme Freitagabend kann frühestens Montag bestellt werden, Lieferung frühestens Dienstag.

    Arzt:
    - Arztnummer

  • Neue Sonderregeln seit 01.05.18
  • Retax-Quickie: Entlass-Rezept: Ab Sommer 2019 Aufkleber und Pseudoarztnummern verboten? (DAZ online, 21.03.18/ Diana Moll, Apothekerin)
  • Arztnummer: 4444444xx (7x4 plus 2stellige Facharztcodierung) oder persönliche Arztnummer, aber NICHT 9999999xx.
  • Ab 2019: Persönliche Arztnummer.
  • LANR-Check mit Sowedoo BSNR-Check
  • Die Facharztcodierung (letzte beiden Nummern) ist identisch mit der üblichen (Fachgruppencode gem. Anlage 3 ASV-AV)
  • § 6 (5) Satz 2, 2. Querstrich Änderungsvereinbarung zum Rahmenvertrag über ein Entlassmanagement vom 06.06.17

    Muss die Arztnummer auch im Stempel stehen?

  • Wenn länderspezifische Vereinbarungen dies nicht vorschreiben: Nein.
  • § 6 (1) Satz 4 Rahmenvertrag Entlassmanagement: »Für die Befüllung des Feldes „Vertragsarztstempel“ auf den Vordrucken gelten die Vereinbarungen der Landesebene des vertragsärztlichen Bereichs.«

    Fragen

  • In welchen Ländern muss die Arzt-Nummer im Stempel stehen?
  • Besteht Prüfpflicht für die Apotheke, ob die Facharztcodierung zur Facharztbezeichnung auf dem Rezept passt?
  • Was ist, wenn die Arztnummer fehlt?
  • Was ist bei Rezepten mit falscher Arztnummer, z.B. 999999999 statt 4444444xx?
  • Was ist, wenn die Arztnummer von der Stempelarztnummer abweicht?
  • Ist ab 2019 die persönliche Arztnummer verpflichtend? Was ist mit 4444444xx Entlass-Rezepten ab 2019?

    Arzt:
    - Betriebsstättennummer

    BSNR
  • Neue Sonderregeln seit 01.05.18
  • Die BSNR für Entlassrezepte muss mit 75 beginnen
  • § 6 (3) b. Richtlinie der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) nach § 75 Abs. 7 SGB V zur Vergabe der Arzt-, Betriebsstätten- sowie der Praxisnetznummern
  • Die Angabe der BSNR im Rezeptkopf und unten rechts aufgedruckt auf dem Rezept (Coderzeile) sind Pflicht.
  • § 6 (6) Satz 3 Rahmenvertrag Entlassmanagement
  • § 6 (6) Satz 5 Rahmenvertrag Entlassmanagement
  • Rezepte mit der Krankenhaus-IK-Nr (26...) statt der BSNR-Nummer (75...) sind nicht abrechnungsfähig.
  • Es besteht Prüfpflicht der Apotheke
  • Landessozialgericht Berlin-Brandenburg, 18.09.2013, L 9 KR 192/11
  • Ärzte-Zeitung, 08.05.14: Apotheker muss Arztnummer abgleichen
  • § 17 (5) ApBetrO
  • BSNR-Check auf Sowedoo

    Muss die BSNR-Nummer im Stempel enthalten sein?

  • Sofern länderspezifische Vereinbarungen dies nicht ausschließen: Ja.
  • § 6 (1) Satz 4 Rahmenvertrag Entlassmanagement: »Für die Befüllung des Feldes „Vertragsarztstempel“ auf den Vordrucken gelten die Vereinbarungen der Landesebene des vertragsärztlichen Bereichs.«

    Fragen

  • In welchen Ländern muss die BSNR-Nummer im Stempel stehen?

    Arzt:
    - Facharztbezeichnung

  • Nur Fachärzte dürfen Entlassrezepte ausstellen. Gilt auch für Vertretungsärzte (bei T-Rezepten wie immer kein i.V. erlaubt).
  • § 4 (2) Satz 2 Änderungsvereinbarung zum Rahmenvertrag über ein Entlassmanagement vom 06.06.17
  • § 5 (1) Satz 2 Änderungsvereinbarung zum Rahmenvertrag über ein Entlassmanagement vom 06.06.17

    Fragen

  • Besteht Prüfpflicht für die Apotheke?
  • Damit ist die Berufsbezeichnung "Arzt" ohne Facharztangabe auf Entlassrezepten evt. nicht retaxsicher.
  • Reicht die Abkürzung "FA"/ "FÄ" aus oder muss das Wort Facharzt/ Fachärztin ausgeschrieben sein?
  • Muss die Facharztrichtung mit auf dem Rezept vermerkt sein?
  • Reicht die Angabe einer nicht geschützten Kurzbezeichnung wie Chirurg, Internist, Orthopäde, Gynäkologe, etc., als Facharzt-Berufsbezeichnung aus?
  • Reicht "Arzt für innere Medizin" oder gilt nur "Facharzt für innere Medizin"?

    Arzt:
    - Vertretungsärzte (i.V.) und Assistenzärzte

  • Neue Sonderregeln seit 01.05.18
  • Vertratungsärzte dürfen Entlassrezepte ausstellen, sofern der Vertretungsarzt ein Facharzt ist. Bei T-Rezepten wie immer kein i.V. erlaubt.
  • § 4 (4) Satz 2 Rahmenvertrag Entlassmanagement vom 01.10.17: »Das Verordnungsrecht kann durch Krankenhausärzte mit abgeschlossener Facharztweiterbildung ausgeübt werden«