Corona Abgaberegeln
RahmenV 2019 [Stand: 25.05.20]

Retaxrisiken

  • Siehe unter Corona-Retax

    Fachartikel/ Vorschriften

  • Siehe unter ApoMyJob

    Kurzfassung

  • Siehe unter Corona-Abgaberegeln Kurzfassung

    Abzeichnen + Vermerke

  • Apotheke adhoc, 07.04.20: »Um spätere Retaxierungen zu vermeiden, sollte der Apotheker jegliche Ergänzungen mit einer kurzen handschriftlichen Erklärung versehen und das jeweilige Datum ergänzen. Der Aufdruck der Sonder-PZN allein reicht nicht aus. Krankenkassen und der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) empfehlen Schlägwörter wie "Corona" [..] zu ergänzen.« (Apotheke adhoc, 07.04.20/ Alexandra Negt)
  • Arztrücksprachen sind auf dem Rezept zu dokumentieren (§ 1 (3) Satz 3 SARS-CoV2-AMVV)
  • Apothekerkammer, 11.05.20: »Wenn die Bedruckung des Sonderkennzeichens an letzter Stelle aufgrund mehrerer Verordnungszeilen nicht lesbar möglich ist, empfehlen wir Ihnen, einen zusätzlichen Vermerk auf die Verordnung aufzubringen«

    Äquivalenz-Ersetzung

  • Bei Nichtlieferbarkeit darf nach Arztrücksprache auch auf Präparate mit anderen Wirkstoffen ausgewichen werden.
  • Gilt auch bei gesetztem aut-idem-Kreuz
  • Gilt nicht für Austausch-Verbots-Artikel
  • Gilt nicht für BtM
  • Äquivalenzdosen

    Aufzahlung/ Zuzahlung


    Höhere Zuzahlung:
  • Stückeln mit mehreren Packungen: Zuzahlung pro Packung, statt für eine Großpackung
  • Auseinzeln 1. Teilmenge: Zuzahlung für Großpackung, statt für verordnete Packung
  • Nur Artikel über Festbetrag lieferbar: Zuzahlung auf VK, nicht auf Festbetrag
      Bsp:
    - Valsartan Dura 320 mg 98 St: Keine Zuzahlung
    - Provas 320 98 St: Normal: 5,- Zuzahlung + 108,54 Eigenanteil
    - Provas 320 98 St: Wenn kein günstigerer Artikel lieferbar: 10,- Zuzahlung (Eigenanteil entfällt)
    Niedrigere Zuzahlung:
  • Großpackung statt mehrerer Kleinpackungen: Zuzahlung für Großpackung, statt für mehrerer Kleinpackungen
  • Auseinzeln 2. Teilmenge: Keine Zuzahlung
  • Siehe auch unter Eigenanteil
  • Siehe auch unter Stückeln
  • Siehe auch unter Auseinzeln

    Auseinzeln während Corona


  • Auseinzeln:
    gilt NICHT für Austausch-Verbots-Artikel wie L-Thyroxin
    - Auseinzeln erlaubt, nur wenn nicht lieferbar
    - Für BtM erlaubt
    - Es besteht KEIN Risiko, auf der Restmenge sitzenzubleiben
    - Alternative: Menge nach Arztrücksprache ändern (nicht BtM)
    1. Teilmenge = Auseinzelpackung abverkaufen und voll berechnen, evt. höhere Zuzahlung als für verordnete Menge + Sonder-PZN 06461127 (0 €) vor die PZN des Artikels drucken.
    Bsp.: 1. Teilmenge AOK (28 St aus 98er Packung)
    ∟ 28 St, 55,47 €
    ∟ 98 St, 144,28 €, PZN 05112324
    10,00144,28Zuzahlung 10 € statt 5,55 €
    0646112710Sonder-PZN vor PZN drucken
    051123241144,28PZN von 98 St, VK von 98 St
    erlaubt, nur wenn nicht lieferbar
    Beipackzettel drucken
    Ab 2. Teilmenge = Auseinzelpackung erneut abverkaufen, aber nur 6,90 € berechnen, KEINE Zuzahlung + Sonder-PZN 06461133 (6,90 € = 5,80 + MWSt) vor die PZN des Artikels drucken.
    Bsp.: Ab 2. Teilmenge Barmer (28 St aus 98er Packung)
    ∟ 28 St, 55,47 €
    ∟ 98 St, 144,28 €, PZN 05112324
    06,90Zuzahlung 0 € statt 5,55 €
    0646113310Sonder-PZN vor PZN drucken
    0511232416,90PZN von 98 St und immer 6,90
    erlaubt, nur wenn nicht lieferbar
    Beipackzettel drucken
    Weitere Taxbeispiele:
  • PTA in Love
  • Sächsiche Apothekerkammer
  • Apotheke adhoc
    Rechtliche Grundlagen:
  • Nur erlaubt, wenn nicht lieferbar. Ansonsten Rezeptdruck mit Transaktionsnummer, Hash-Code und Datenlieferung (Formale Vorschriften nach ANG/ TA1) und nur anteilige Preisberechnung.
    § 1 (3) 3. SARS-CoV2-AMVV »Apotheken dürfen ohne Rücksprache mit dem verordnenden Arzt von der ärztlichen Verordnung im Hinblick auf Folgendes abweichen, sofern dadurch die verordnete Gesamtmenge des Wirkstoffs nicht überschritten wird: [...] die Entnahme von Teilmengen aus Fertigarzneimittelpackungen, soweit die abzugebende Packungsgröße nicht lieferbar ist«
  • § 4 Vereinbarung zur technischen Umsetzung der SARS-CoV-2-AMVersVO: »Für die Abgabe von Teilmengen gilt:
    • Erstabgabe von Teilmengen aus einer Packung: Bei der ersten Abgabe einer Teilmenge aus einer Arzneimittelpackung wird diese Packung unter Angabe der Pharmazentralnummer und des vollständigen Preises komplett abgerechnet und die entsprechende Zuzahlung erhoben. Die Apotheke trägt zusätzlich das Sonderkennzeichen 06461127 (Erstabgabe einer Teilmenge), im Feld "Faktor" den Wert "1" und im Feld "Taxe" den Betrag "0" auf. Das Sonderkennzeichen 06461127 ist vor der Packung, aus der die Teilmenge entnommen wurde, aufzudrucken.
    • Abgabe weiterer Teilmengen aus derselben Packung: Bei weiteren Abgaben von Teilmengen aus dieser Packung ist die Pharmazentralnummer dieser Packung, im Feld "Faktor" der Wert "1" und im Feld "Taxe" der Betrag "0" aufzutragen. Im Anschluss ist zusätzlich das Sonderkennzeichen 06461133 (weitere Teilmengenabgabe) aufzutragen. Im Feld "Faktor" ist der Wert "1" anzugeben, im Feld "Taxe" ist der Betrag "690", entsprechend 5,80 Euro gemäß § 3 Abs. 6 AMPreisV zuzüglich Umsatzsteuer, anzugeben. Eine Zuzahlung ist zu erheben.«
  • ABDA-Kommentar: »Der Gesamtpreis der Packung ist bei der ersten Teilabgabe vollständig abzurechnen. Bei den Folge-Abgaben erfolgt keinerlei Abrechnung des Einkaufspreises. Denn erkennbar geht es dem Verordnungsgeber darum, dass die Apotheke bei der Erstabgabe eine vollständige Gegenleistung erhält und bei weiteren Teilabgaben nur die Gegenleistung für die weiteren Beratungsleistungen erhalten soll.«

    Auseinzeln von Impfstoffen während Corona


  • Auseinzeln Impfstoffe:
    - Auseinzeln erlaubt, nur wenn nicht lieferbar
    - Wird nur eine Impfdosis benötigt, kann bei Nichtlieferbarkeit eine 10er Packung voll abgerechnet werden, auch wenn die restlichen Impfdosen verfallen.
    - Die restlichen Impfdosen können nur mit jeweils 6,90 € berechnet werden.
    - Alternative: Arzt ordert 10er Packung als Sprechstundenbedarf
    1. Teilmenge Impfstoffe = Auseinzelpackung abverkaufen und voll berechnen. Keine Zuzahlung (Impfstoffe) + Sonder-PZN 06461127 (0 €) vor die PZN des Artikels drucken.
    Bsp. 1. Teilmenge Impfstoffe AOK (1 Impfstoff aus 10er Packung)
      ∟ 1 St, 116,87 €
      ∟ 10 St, 1.069,27 €, PZN 06461133
    01.069,27Keine Zuzahlung
    0646112710Sonder-PZN vor PZN drucken
    0646113311.069,27PZN von 10 St, VK von 10 St
    erlaubt, nur wenn nicht lieferbar
    Beipackzettel drucken
    Ab 2. Teilmenge Impfstoffe = Auseinzelpackung erneut abverkaufen, aber nur 6,90 berechnen, KEINE Zuzahlung + Sonder-PZN 06461133 (6,90 € = 5,80 + MwSt) vor die PZN des Artikels drucken.
    Bsp.: Ab 2. Teilmenge Impfstoffe Barmer (1 Impfstoff aus 10er Packung)
      ∟ 1 St, 116,87 €
      ∟ 10 St, 1.069,27 €, PZN 06461133
    06,90Keine Zuzahlung
    0646113310Sonder-PZN vor PZN drucken
    0646113316,90PZN von 10 St und immer 6,90
    erlaubt, nur wenn nicht lieferbar
    Beipackzettel drucken
  • Nur erlaubt, wenn nicht lieferbar. Ansonsten Rezeptdruck mit Transaktionsnummer, Hash-Code und Datenlieferung (Formale Vorschriften nach ANG/ TA1) und nur anteilige Preisberechnung.

    Auseinzeln von Medizinprodukten

  • Die EU-Medizinprodukte­verordnung (MDR) wurde auf den 26.05.21 verschoben.
  • Damit können Medizinprodukte bis dahin weiter ausgeeinzelt werden.

    Austausch


  • Austauschmöglichkeiten:
    gilt NICHT für Austausch-Verbots-Artikel wie L-Thyroxin
      ∟ bei Ersatzkassen nach Arztrücksprache erlaubt [DAZ 15.05.20]
      ∟ bei AOK Plus nach Arztrücksprache erlaubt [Apotheke adhoc 07.04.20]
    Ohne Arztrücksprache + Vermerk + Datum + Unterschrift
    wenn nicht an Lager (auch wenn lieferbar)
    - anderer Hersteller mit mind. 1 gemeinsamen Indikation
    - andere Stärke/ Menge/ Stückeln (nicht BtM)
      ∟ verordnete Wirkstoffmenge darf nicht überschritten werden
    - Großpackung (auch ktP), statt mehrerer Kleinpackungen (nicht BtM)
      ∟ verordnete Wirkstoffmenge darf nicht überschritten werden
    - Auseinzeln
      ∟ Nur wenn nicht lieferbar
    - Andere Rezeptur Hilfsstoffe/ Salbengrundlagen
    Nach Arztrücksprache + Vermerk + Datum + Unterschrift
    - Aut-idem-Kreuz entfernen
    - andere Darreichungsform (nicht BtM)
    - Alternativ-Präparate mit anderem Wirkstoff (nicht BtM)
      ∟ Nur wenn nicht lieferbar
    - anderer Hersteller ohne mind. 1 gemeinsame Indikation
    - anderer Rezeptur-Wirkstoff (nicht BtM)
    MIT Arztunterschrift/ Datum
    - Änderung bei Austausch-Verbots-Artikeln, z.B. L-Thyroxin
      ∟ bei Ersatzkassen nach Arztrücksprache erlaubt [DAZ 15.05.20]
      ∟ bei AOK Plus nach Arztrücksprache erlaubt [Apotheke adhoc 07.04.20]
    - BtM: Stückeln
    - BtM: Beladungsmenge/ Applikationshöchstdauer/ Applikationshäufigkeit
    - BtM: Stärke/ Menge/ Darreichungsform
    - BtM: Wirkstoff
    Anderer Hersteller:
  • Austausch nur gegen einen anderen Hersteller mit mindestens einer gemeinsamen Indikation
  • DAZ online, 21.04.20: »Allerdings ging das BMG nicht so weit, den Wunsch der ABDA aufzugreifen, dass die Liste der Fälle, in denen eine Rücksprache mit dem Arzt nicht erforderlich ist, um [...] das Anwendungsgebiet [...] ergänzt werden sollte.«

    Austausch-Verbots-Artikel


    Ersatzkassen und AOK Plus:
  • DAZ online, 15.05.20:vdek: Auch Wirkstoffe der Substitutionsausschlussliste können ausgetauscht werden (DAZ online, 15.05.20/ Kirsten Sucker-Sket )
  • Liste Ersatzkassen
  • Ausnahme: AOK Plus: Vermerk der Arztrücksprache + Abzeichnung der Apotheke mit Datum/ Unterschrift ausreichend
    Andere Krankenkassen: Auch während Corona:
  • Arztunterschrift/ Datum erforderlich bei Änderung von Austausch-Verbots-Rezepten wie z.B. L-Thyroxin
  • Gilt auch für Mengenänderung
  • Gilt auch für Stückeln: Verordnung der tatsächlich abgegebenen Packungen erforderlich
  • Gilt auch für Auseinzeln: a) Ausdrückliche Anweisung des Arztes erforderlich, b) Abrechnungsmodalitäten des RahmenV 2019 gelten
  • CAVE: Laut Bericht vom 27.05.20 retaxiert auch die AOK nicht. Steht im Gegensatz z.B. zu PZ online, 23.05.20, wonach nur Ersatzkassen nicht retaxieren.
    ∟ Der ursprüngliche AOK-Retaxverzicht galt nur bis zum 31.04.20 [DAZ online, 19.03.20, Apothe adhoc, 20.03.20]
    Rechtliche Grundlagen:
  • § 1 SARS-CoV2-AMVV bezieht sich nur auf § 129 (1) SGB V (Austauschpflicht) und nicht auch auf § 129 (1a) Satz 2 SGB V (Austausch-Verbots-Artikel).
  • PZ online, 23.04.20: »Abweichend von den Vorschlägen der ABDA wurden in der SARS-CoV-2-AMVV keine Ausnahmen für den Umgang mit Wirkstoffen der Substitutions-Ausschlussliste geregelt. Regelhaft bleibt es also dabei, dass diese Verordnungen vom Arzt geändert werden müssen, sofern es nicht mit einzelnen Kassen anderslautende Vereinbarungen gibt.«
  • PZ online, 23.05.20: »Mit der SARS-CoV-2-Arzneimittelversorgungsverordnung gelten für Apotheken flexiblere Abgabe-Regelungen verordneter Arzneimittel. Ist damit auch der Umgang mit Wirkstoffen der Substitutionsausschlussliste abgedeckt? [...] Nein. Rechtsanwalt und Kammerjustitiar Laut [...] über die rechtlichen Hintergründe [...] Die SARS-CoV-2-Eilverordnung stamme vom Bundesgesundheitsministerium (BMG), die Substitutionsausschlussliste hingegen vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA). Im Falle einer Überlagerung hätte das BMG explizit darauf hinweisen müssen. [...] Ein weiteres starkes Rechtsargument [...] sei ein Beschluss vom G-BA zu den Arzneimittelrichtlinien vom 19. Mai 2020. [...] SARS-CoV-2-Epidemie [...] Rechtsvorschriften [...] bei denen GBA-Beschlüsse durch diese Maßnahme geändert werden. [...] Die Substitutionsausschlussliste wird dort aber nicht genannt.«
    Vorgaben RahmenV 2019 zu Änderung von L-Thyroxin-Rezepten:
  • Bei L-Thyroxin-Rezepten handelt es sich um eine klare Verordnung, da die Verordnung eindeutig einem Eintrag in der Lauer-Taxe zugeordnet werden kann.
  • Änderung auf lieferbare Firma nur mit Arztunterschrift/ Datum.
  • Änderung der Menge nur mit Arztunterschrift/ Datum.
  • Retaxrisiko: Vermerk "nicht lieferbar, lt. Arztrückspr. Firma ..." bzw. "2 x 50 statt 1 x 100 St"
  • Keine Ausnahmen für Notdienst/ Akut benötigt (Verbotsliste)
  • Keine Pharmazeutischen Bedenken möglich (Verbotsliste)
  • Siehe Klare Verordnungen

    Aut-idem-Kreuz streichen


    Austausch gegen einen anderen Wirkstoff:
  • § 3 (1) Satz 3 SARS-CoV2-AMVV erlaubt den Austausch gegen einen anderen Wirkstoff nach Arztrücksprache auch bei gesetztem Aut-idem-Kreuz bei Nichtlieferbarkeit.
    Austausch gegen anderen Hersteller:
  • DAZ online, 23.04.20: »Hier schreibt die Verordnung ausdrücklich vor, dass diese Rücksprache auf dem Verordnungsblatt zu dokumentieren ist. Das Gleiche gilt auch für den Fall, dass der Arzt auf dem Rezept das Aut-idem-Kreuz gesetzt hat und die Apotheke davon abweichen will. Eine Änderung durch den Arzt selbst ist aber nicht nötig.«
  • Amtliche Begründung zur SARS-CoV2-AMVV, S. 13, zu § 1 (3): »Ist das auf der Grundlage der vertragsärztlichen Verordnung abzugebende Arzneimittel in der Apotheke nicht vorrätig, werden Apotheken abweichend von § 129 Absatz 1 SGB V und dem Rahmenvertrag nach § 129 Absatz 2 SGB V in Absatz 4 berechtigt, ein anderes vorrätiges wirkstoffgleiches Arzneimittel abzugeben. [...] gleiches gilt für eine von der Aut-idem-Verordnung abweichende Abgabe eines Arzneimittels. Ziel ist es, einen wiederholten Besuch der Versicherten oder des Versicherten bei der verordnenden Ärztin oder dem verordnenden Arzt und in der Apotheke während der SARS-CoV-2-Epidemie möglichst zu vermeiden.«

    Botendienst während Corona


  • Botendienst:
    - Sonder-PZN: 06461110 mit VK 5,95 € nur bei Arzneimitteln und max. 1x pro Haushalt/ Tag
    - ab 22.04.20 bis max. 30.09.20
    5,0022,05 
    0646111015,95Sonder-PZN mit VK 5,95 €
    05112324
    1
    16,10 
    nur bei Arzneimitteln, nicht bei Heim-/ Arztbelieferung

  • 1190 € (1000 € + MwSt) für Desinfektionsmittel pro 4er Apothekenverbund (einmalig 297,50 € (250 € + MWSt) pro Apotheke). Bedarfsunabhängiger Anspruch.
  • 5,95 € (5,00 € + MwSt) pro Botenfahrt pro Haushalt pro Kalendertag.
  • Sonder-PZN aufdrucken: 06461110
  • Gilt auch für Rezeptsammelstellen.
  • Nach aktuellem Urteil darf zudem jeden Apotheke mit Versandhandelserlaubnis Rezeptsammelstellen betreiben (außer z.B. in Arztpraxen). Die Genehmigungspflicht entfällt.
    CAVE:
  • Gilt nur für Arzneimittel
  • Gilt nicht für Sprechstundenbedarf
  • Gilt nicht für Arztpraxenbelieferung
  • Gilt nicht nur Inkontinenz-Belieferung
  • Gilt nicht für Pflegehilfsmittel
  • Gilt nicht für Teststreifen
  • Gilt nicht für Verbandstoffe
    Rechtsgrundlagen:
  • § 4 (1) SARS-CoV2-AMVV: »Zusätzlich zu den in § 3 Absatz 1 Satz 1 der Arzneimittelpreisverordnung genannten Zuschlägen können Apotheken bei der Abgabe von Arzneimitteln im Wege des Botendienstes je Lieferort und Tag einen Zusatzbetrag von 5 Euro zuzüglich Umsatzsteuer erheben.«
  • ABDA-Praxiskommentar, S. 4, zu § 4: »[...] unabhängig von der Anzahl der gelieferten Arzneimittel [...] d.h. pro Haushalt/ Wohnung kann der Zusatzbetrag abgerechnet werden. [...] Die Abrechnung des Botendienstzusatzbetrags ist für jeden Lieferort nur einmal pro Tag zulässig. Dabei ist "Tag" als Kalendertag zu verstehen.«
  • SAV, 22.04.20, S. 2: »Das heißt: Der Betrag gilt pro Tag und je Lieferort, unabhängig von der Anzahl der gelieferten Arzneimittel. [...] "Lieferort" ist wohnortbezogenzu verstehen, d.h. pro Haus-halt/ Wohnung«
  • SLAK, 11.05.20: »[...] nicht für die Sprechstundenbedarf [...] ist auf [...] Arzneimitteln (inkl. Betäubungsmittel) begrenzt (nicht für Verordnungen von Verbandmitteln, Hilfsmitteln o.ä.). Heim- und Pflegedienstbelieferungen [....] Botenlieferungen an Arztpraxen [...]) sind von einer Abrechnung ausgeschlossen.«

    BtM während Corona


    BtM-Abgabe an andere Apotheken erlaubt:
  • BtM dürfen während Corona nicht nur an Filialen, sondern auch an andere Apotheken abgegeben werden (4teiliges Abgabebelegverfahren wie bei Abgabe an Filialen)
    BtM-Rezepte:
  • BtM-Rezepte dürfen an andere Ärzte auch in Nicht-Vertretungsfällen übertragen werden (§ 6 (3) SARS-CoV2-AMVV). Damit ist ein Rezept-Check anhand der Nummern nicht mehr möglich. »Abweichend von § 8 Absatz 3 Satz 1 der Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung dürfen zur Sicherstellung der Versorgung mit Betäubungsmitteln Betäubungsmittelrezepte auch außerhalb von Vertretungsfällen übertragen werden.«
    BtM der Austausch-Verbots-Liste:
  • Buprenorphin Transdermale Pflaster mit unterschiedlicher Applikationshöchstdauer (z.B. bis zu 3 bzw. 4 Tagen)
  • Fentanyl-Pflaster mit gleicher Freisetzungsrate aber unterschiedlicher Beladungsmenge (BfArM)
  • Hydromorphon Retardtabletten mit unterschiedlicher täglicher Applikationshäufigkeit (z.B. alle 12 bzw. 24 Std.)
  • Oxycodon Retardtabletten mit unterschiedlicher täglicher Applikationshäufigkeit (z.B. alle 12 bzw. 24 Std.)
    Erlaubt: - gilt nicht für BtM der Austausch-Verbots-Liste -
  • Mit Aut-idem-Kreuz anderen Hersteller abgeben: Erlaubt nach Arztrücksprache, wenn nicht an Lager oder nicht lieferbar (Vermerk + Datum + Unterschrift der Apothek).
  • BtM-Auseinzeln: Erlaubt, wenn exakt verordnete Stückzahl abgegeben wird (Sonder-PZN, etc.).
    Verboten:
  • Darreichungsform-Änderung: Nur mit Arztunterschrift/ Datum
  • Mengen-Änderung: Nur mit Arztunterschrift/ Datum
  • Stärke-Änderung: Nur mit Arztunterschrift/ Datum
  • Stückeln: Nur mit Arztunterschrift/ Datum
  • Wirkstoff-Änderung: Nur mit Arztunterschrift/ Datum
    Substitutions-Therapie
  • Verschiedene Punkte wurden geändert, u.a.
  • Botendienst für Sichtbezug = Einnahme außerhalb der Apotheke erlaubt
  • Take-Home-Notfallverschreibungen erlaubt
  • Take-Home-Menge bis 7 Tage erlaubt
  • Mehrere Take-Home-Rezepte pro woche erlaubt
    Rechtliche Grundlagen:
  • Die Vorschriften der BtMVV wurden nur in Bezug auf Substitution und das Überlassen vpn BtM-Rezepten im Vertretungsfall geändert.
  • Die BtM-Rezept-Änderungsmöglichkeiten des RahmenV 2019 (§ 6 (2) c) Satz 1 Fußnote Punkt 4.) beziehen sich nur auf unklare Verordnungen, wenn der veordnete Artikel nicht eindeutig einem Eintrag der Taxe zugeordnet werden kann.
  • § 9 (2) Satz 3 BtMVV: »Im Falle einer Änderung der Verschreibung hat der verschreibende Arzt die Änderung auf allen Teilen des Betäubungsmittelrezeptes zu vermerken und durch seine Unterschrift zu bestätigen.«
    Stückeln gilt nicht für BtM:
  • § 9 (1) 4. BtMVV: »Auf dem Betäubungsmittelrezept sind anzugeben: Menge des verschriebenen Arzneimittels in Gramm oder Milliliter, Stückzahl der abgeteilten Form«
  • § 9 (2) Satz 3 BtMVV: »Im Falle einer Änderung der Verschreibung hat der verschreibende Arzt die Änderung auf allen Teilen des Betäubungsmittelrezeptes zu vermerken und durch seine Unterschrift zu bestätigen.«
  • Die BtMVV wurde durch die SARS-CoV2-AMVV diesbezüglich nicht geändert.

    Darreichungsform

  • Die Darreichungsform darf nur nach Arztrücksprache geändert werden.
  • DAZ online, 21.04.20: »Allerdings ging das BMG nicht so weit, den Wunsch der ABDA aufzugreifen, dass die Liste der Fälle, in denen eine Rücksprache mit dem Arzt nicht erforderlich ist, um die Darreichungsform [...] ergänzt werden sollte.«
  • BtM: Änderung nur mit Arztunterschrift/ Datum
  • Austausch-Verbots-Artikel: Änderung nur mit Arztunterschrift/ Datum. Ausnahmen: Ersatzkassen/ AOK Plus Änderung nach Arztrücksprache.

    Desinfektionsmittel

  • Herstellung nur bis 31.08.20 erlaubt
  • Herstellung nur der ausdrücklich erwähnten Mischungen erlaubt.
  • Preis: EK + MwSt? § 7 (2) Satz 2 SARS-CoV2-AMVV: »Preise von versorgungsrelevanten Produkten des medizinischen Bedarfs müssen sich an den Kosten der Bereitstellung orientieren.« Laut ABDA-Praxiskommentar, S. 7 (zu § 7) soll dagegen kein "unverhältnismäßig hoher Gewinn" erzielt werden.
  • Apotheke adhoc, 06.03.20: Händedesinfektionsmittel: So muss das Etikett aussehen (Apotheke adhoc, 06.03.20/ Nadine Tröbitscher)

    Druckposition Sonder-PZN

  • Auseinzeln: Vor dem Artikel. § 4 Vereinbarung zur technischen Umsetzung der SARS-CoV-2-AMVersVO: »Das Sonderkennzeichen 06461127 ist vor der Packung, aus der die Teilmenge entnommen wurde, aufzudrucken.«
  • Botendienst: Druckposition ist egal, kann z.B. an erster oder an letzter Stelle stehen.
  • Stückeln: Die Sonder-PZN wird automatisch an erster Stelle gedruckt.

    Druckzeilen - maximale Anzahl

  • Apothekerkammer, 11.05.20: »Wenn die Bedruckung des Sonderkennzeichens an letzter Stelle aufgrund mehrerer Verordnungszeilen nicht lesbar möglich ist, empfehlen wir Ihnen, einen zusätzlichen Vermerk auf die Verordnung aufzubringen«

    Eigenanteil (Mehrkosten)

  • Eigenanteil = Mehrkosten = Aufzahlung= teurer als Festbetrag
  • Alle Kassen: Kein Eigenanteil, wenn Günstigere nicht lieferbar (seit 21.04.20 Fairer-Kassenwettbewerb-Gesetz)
  • CAVE: Noch keine Sonder-PZN vereinbart, technische Umsetzung unklar laut Apothekerkammer (11.05.20)
  • Apothekerkammer, 11.05.20: "Seit dem 01.04.2020 sind Patienten durch das Faire-Kassenwettbewerb-Gesetz (GKV-FKG) vor Mehrkosten geschützt. Diese Regelung gilt unabhängig von der SARS-CoV2-AMVV. Die technische Umsetzung befindet sich nach wie vor noch in der Abstimmung mit den Kassen."
  • Gilt nicht, wenn kein Alternativartikel existiert, z.B. bei Olynth 0,025 % (Mehrkosten sind weiter zu zahlen)
    Importe nicht lieferbar
  • Wenn alle Importe ohne Eigenteil nicht lieferbar sind, stellt sich die Frage, ob die Mehrkosten für das Original oder die lieferbaren Importe entfallen:
    • Laut Gerichtsurteilen sind Importe eigenständige Artikel
    • Laut DAV-Kommentar zum RahmenV 2019 sind Imorte und Originale identische Artikel, sodass weiterhin Mehrkosten anfallen dürften.

    Entlass-Rezepte während Corona

  • Entlass-Rezept:
    - Verordnung bis N3 OK (statt nur N1)
    - Abgabefrist Arzneimittel: 6 Werktage (bis 31.05.2020, statt 3 Werkage) (laut BGB nach Ausstellung, laut RahmenV inkl. Ausstellungstag)
    - Abgabefrist Hilfsmittel-/ Milchpumpen-Belieferung: Unverändert (Ausleihe für max. 28 Tage). Hilfsmittel-Entlass-Rezept-Vorlagefrist in Apotheke: 7 Tage nach Ausstellung.
    - Rezepturen: Menge für max. 14 Tage (statt 7 Tage)
    - Hilfsmittel-/ Milchpumpen-Belieferung: Unverändert (Ausleihe für max. 28 Tage). Hilfsmittel-Entlass-Rezept-Vorlagefrist in Apotheke: 7 Tage nach Ausstellung.
    - Teststreifen, Verbandmittel: Menge für max. 14 Tage (statt 7 Tage)
    - Mehr zum Entlass-Rezept

    Großpackung statt mehrerer Kleinpackungen:

  • Großpackung statt Kleinpackungen:
    - gilt NICHT für Austausch-Verbots-Artikel wie L-Thyroxin
      ∟ bei Ersatzkassen nach Arztrücksprache erlaubt [DAZ 15.05.20]
      ∟ bei AOK Plus nach Arztrücksprache erlaubt [Apotheke adhoc 07.04.20]
    - gilt NICHT für BTM
    - 100 St statt 2 x 50 St erlaubt, auch wenn 100 St > N3
    Bsp. (1 x 56 St [21.15 €] statt 2 x 28 St [16.10 €])
    5,0021,15Zuzahlung 5 € statt 10 €
    025670245110Sonder-PZN mit Faktor 5 oder 6
    05112287
    1
    21,15PZN von 56 St, VK von 56 St
    erlaubt, wenn nicht vorratig, auch wenn lieferbar

    Hydroxychloroquin-Rezepte während Corona

  • BfArM-Anordnung: Indikation auf Rezept erforderlich:
      ∟ - Rheumatoide Arthritis
      ∟ - Juvenile idiopathische Arthritis
      ∟ - Systemischer Lupus erythematodes
      ∟ - Malariaprophylaxe und -therapie
  • BfArM: "Sofern die Angabe der Indikation fehlt, soll die Apotheke Rücksprache mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt halten, um sich bestätigen zu lassen, dass für eine zulassungskonforme Indikation verordnet wurde."
  • AMK: "Eine Verordnung auf Privatrezept ohne Angabe der Indikation soll nicht erfolgen; gleiches gilt für den Eigengebrauch nach Vorlage des Arztausweises."
    Auch vermutete Nebenwirkungen sollen gemeldet werden (BfArM, 29.04.20)

    Ibuprofen-Abgabe

  • Es besteht keine Warnung für Ibuprofen bei Corona.
  • Im Gegensatz zu Paracetamol darf Ibuprofen nicht nur im akuten Bedarfsfall abgegeben werden.
  • Die WHO-Warnung vor Ibuprofen bei Corona wurde eine Tag später zurückgenommen

    Mehrkosten (Eigenanteil)

  • Siehe unter Eigenanteil

    OTC-Artikel-Abgabe während Corona

  • Abgabe nur mit Augenmaß, um Engpässen vorzubeugen
  • Siehe auch: Paracetamol-Abgabe
  • DAZ online, 17.03.20: BMG: Apotheken sollen Arzneimittel „bedarfsgerecht“ abgeben (DAZ online, 17.03.20/ Celine Müller, Apothekerin)

    Paracetamol-Abgabe/ Preise während Corona

  • Abgabe nur für den akuten Bedarfsfall
  • Sonderangebote von Paracetamol sind nicht verboten, nach § 7 (2) Satz 2 SARS-CoV2-AMVV sind Preise am Einkaufspreis sogar vorgeschrieben: »Preise von versorgungsrelevanten Produkten des medizinischen Bedarfs müssen sich an den Kosten der Bereitstellung orientieren.«Laut ABDA-Praxiskommentar, S. 7 (zu § 7) soll dagegen kein "unverhältnismäßig hoher Gewinn" erzielt werden.
  • Ausführungen

    Privatrezepte während Corona

  • Die Änderungsmöglichkeiten gelten auch für Privatrezepte, da die § 1 SARS-CoV2-AMVV kein Bestandteil des SGB V ist, das für Privatrezepte nicht gilt.
  • ABDA-Praxiskommentar, S. 4 (zu § 3): »Ein Verstoß gegen § 48 AMG i.V.m. den Vorschriften der Arzneimittel-verschreibungsverordnung liegt nicht vor ...«
    Kassenpatienten mit Rx-Privatrezepten:
  • Ärzte sollen Kassenpatienten keine zusätzliche Privatrezepte zur Medikamentenhortung verordnen. [Quelle]
  • Rx-Ausgaben-Entwicklung

    Pflegehilfsmittel-Pauschale während Corona

  • Die Pflegehilfsmittel-Pauschale wurde rückwirkend zum 01.04.20 auf 60 € erhöht.
  • Ausführungen

    Rezepturen


    Rezeptur-Berechnung
  • Zur Rezeptur-Berechnung können die tatsächlichen Einkaufspreise zu Grunde gelegt werden.
    Rezepturabänderung:
  • Hilfsstoffe/ Salbengrundlagen dürfen laut ApBetrO bei klaren und unklaren Verordnungen OHNE Arztrücksprache bei Rezepturen geändert werden.
  • Laut RahmenV dürfen Hilfsstoffe/ Salbengrundlagen bei unklaren Verordnungen (= Rezepturen, die erkennbare Irrtümer erhalten) nur nach Arztrücksprache korrigiert werden. Der Fall, dass der Arzt bei Rezepturproblemen nicht erreichbar ist, kommt im RahmenV nicht vor.
  • § 7 Abs. 1 Satz 3 ApBetrO: »Andere als die in der Verschreibung genannten Ausgangsstoffe dürfen ohne Zustimmung des Verschreibenden bei der Herstellung nicht verwendet werden. Dies gilt nicht für Ausgangsstoffe, sofern sie keine eigene arzneiliche Wirkung haben und die arzneiliche Wirkung nicht nachteilig beeinflussen können.«
  • § 6 (2) c) Satz 1 Fußnote 5. RahmenV: »[...] nach Rücksprache mit dem verordnenden Arzt [...] Bei Rezepturarzneimitteln die Zusammensetzung nach Art und Menge oder die Bezeichnung des Fertigarzneimittels, von dem Teilmengen abgegeben werden sollen«

    Schnelltest-Abgabe

  • Corona-Antikörper-Schnelltest-Abgabe:
  • An Kunden verboten, an Ärzte erlaubt
  • Ausführungen

    Sonder-PZN

  • Liste Sonder-PZN

    Stückeln während Corona

  • Stückeln:
    - gilt NICHT für Austausch-Verbots-Artikel wie L-Thyroxin
      ∟ bei Ersatzkassen nach Arztrücksprache erlaubt [DAZ 15.05.20]
      ∟ bei AOK Plus nach Arztrücksprache erlaubt [Apotheke adhoc 07.04.20]
    - gilt NICHT für BTM
    - Verordnete Wirkstoffmenge darf nicht überschritten werden
    - Stückelung erlaubt, wenn nicht vorratig, auch wenn lieferbar
    - Stückelung mit unterschiedlichen Packungsgrößen erlaubt
    - Sonder-PZN 02567024 + Faktor 5 oder Faktor 6
    - Abrechnung mehrerer Kleinpackungen statt einer Großpackung = Mehrfach Zuzahlung
    Bsp. (2 x 28 St [16.10 €] statt 1 x 56 St [21.15 €])
    10,0032,20Zuzahlung 10 € statt 5 €
    025670245110Sonder-PZN mit Faktor 5 oder 6
    05112324
    2
    32,20PZN von 28 St, VK von 2 x 28 St
    erlaubt, wenn nicht vorratig, auch wenn lieferbar

    Rechtliche Grundlage Stückeln:
  • § 3 Vereinbarung zur technischen Umsetzung der SARS-CoV-2-AMVersVO: »Stückelt die Apotheke die Anzahl der Packungen, werden entsprechend § 1 Absatz 3 Satz 4 Ziffer 2 SARS-CoV-2-AMVersVO die abgegebenen Packungen unter Angabe der jeweils zugehörigen Pharmazentralnummern zeilenweise abgerechnet. Die Apotheke trägt zusätzlich das Sonderkennzeichen 02567024 samt Faktor "5" oder "6" entsprechend der Technischen Anlage 1 zu § 300 SGB V auf dem Verordnungsblatt auf.«
    Stücklen gilt nicht für BtM:
  • § 9 (1) 4. BtMVV: »Auf dem Betäubungsmittelrezept sind anzugeben: Menge des verschriebenen Arzneimittels in Gramm oder Milliliter, Stückzahl der abgeteilten Form«
  • § 9 (2) Satz 3 BtMVV: »Im Falle einer Änderung der Verschreibung hat der verschreibende Arzt die Änderung auf allen Teilen des Betäubungsmittelrezeptes zu vermerken und durch seine Unterschrift zu bestätigen.«
  • Die BtMVV wurde durch die SARS-CoV2-AMVV diesbezüglich nicht geändert.

    Versorgungsrelevante Produkte - Preise für medizinische Masken/ Desinfektionsmittel/ OTC

  • Der Preis für versorgungsrelevante Produkte muss sich "an den Kosten der Bereitstellung orientieren"= EK + MwSt? Laut ABDA-Praxiskommentar, S. 7 (zu § 7) soll dagegen kein "unverhältnismäßig hoher Gewinn" erzielt werden.
    Ab heute: Lidl, Aldi und Co. verkaufen Masken zum Selbstkostenpreis
  • Für Masken-Sprechstundenbedarf, der immerhin eine Lieferung erfordert, ist ein Aufschlag von 2,5 % vereinbart (Baden-Württemberg) [Quelle]
  • Ein Krisenzuschlag darf nicht erhoben werden.
  • Es besteht auf Nachfrage Auskunftspflicht gegenüber der Behörde.
  • Höchstpreise können von amtswegen vorgegeben werden.
  • Definition: Versorgungsrelevante Produkte sind vom BMG bekannt gegebene Arzneimittel, ihre Wirk-, Ausgangs- und Hilfsstoffe, Medizinprodukte, Labordiagnostika, Hilfsmittel, Gegenstände der persönlichen Schutzausrüstung, Produkte zur Desinfektion und deren Einzelkomponenten.
  • DAZ online, 24.04.20: Welche Preise können Apotheken für Atemschutzmasken verlangen? (DAZ online, 24.04.20/ Benjamin Rohrer)
  • Apotheke adhoc, 14.04.20: Masken für Praxen: 2,5 Prozent Aufschlag für Apotheke (Apotheke adhoc, 14.04.20/ Alexander Müller)

    Versorgungsrelevante Produkte - Hamsterbevorratung

  • Horten, dass zu Verknappung führt, ist verboten = Verbot von Hamsterbevorratung.
  • Ab wann Hamsterbevorratung vorliegt, ist nicht definiert. Apotheken müssen laut § 15 (1) Satz 1 ApBetrO mindestens den durchschnittlichen Bedarf von einer Woche vorrätig halten.

    Versorgungsrelevante Produkte - Auskunftspflicht

  • Auf Verlangen ist der Behörde Auskunft zu versorgungsrelevanten Produkten erteilen
  • Bestand
  • Preise
  • Lagerort
  • Produktion
  • Vertrieb
  • Definition: Versorgungsrelevante Produkte sind vom BMG bekannt gegebene Arzneimittel, ihre Wirk-, Ausgangs- und Hilfsstoffe, Medizinprodukte, Labordiagnostika, Hilfsmittel, Gegenstände der persönlichen Schutzausrüstung, Produkte zur Desinfektion und deren Einzelkomponenten.

    Versorgungsrelevante Produkte - Verkaufsverbot/ Beschlagnahmung

  • Behörden können für versorgungsrelevante Produkte Verkaufsverbote erlassen
    • siehe Hydroxychloroquin
    • siehe Paracetamol
  • Behörden können Beschlagnahmung von versorgungsrelevanten Produkten veranlassen. Dies könnte auch bei Hamsterbevorratung zutreffen.
  • Entschädigungsregeln existieren
  • Definition: Versorgungsrelevante Produkte sind vom BMG bekannt gegebene Arzneimittel, ihre Wirk-, Ausgangs- und Hilfsstoffe, Medizinprodukte, Labordiagnostika, Hilfsmittel, Gegenstände der persönlichen Schutzausrüstung, Produkte zur Desinfektion und deren Einzelkomponenten.

    Wiederholungsrezepte


    Neuaustellung wegen Rezeptverlust:
  • Rezepte mit dem Vermerk "Wiederholungsrezept, da Original verloren" dürfen weiter beliefert werden.
  • Ausführungen
    Neue Dauerrezepte seit 01.03.20
  • Die zum 01.03.20 eingeführten Wiederholungsrezepte, die Mehrfachabgabe ermöglichen sollen, sollen laut DAV nicht beliefert werden.
  • Entgegen dem Referententwurf wurden diese Wiederholungsrezepte zum 22.04.20 nicht wieder abgeschafft.